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Joep van Liefland

„portable internet“

Ab 21. März 2020 (Termine zur Besichtigung nach Vereinbarung)

Joep van Liefland (1966, Utrecht) befasst sich in seiner Arbeit mit der Phänomenologie der Medien und deren Transformation, vor allem an Hand der Videotechnologie. Die künstlerische Praxis van Lieflands zeichnet sich durch eine fast archäologische Untersuchung dieser Technologie aus sowie deren Veränderungsprozesse, die mit dem technologischen Fortschritt und dem Übergang vom Analogem zum Digitalem einhergehen.

Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit ist eine ständig wachsende Sammlung gebrauchter „Hardware“ die mehr als 50.000 Videokassetten und Hüllen, Fernbedienungen, Leitungen, Fernseher sowie alte Computer, Handys und andere Informationstechnologien umfasst. Diese Medien und Geräte untersucht van Liefland immer wieder neu aus verschiedenen Perspektiven. Dabei hat sich eine Reihe von Arbeitsgruppen entwickelt, die den vielschichtigen Zugang des Künstlers zum Thema zeigt: Installationen, Siebdrucke auf Leinwand, Vitrinen, Collagen und Bronzeskulpturen.

Eine Auswahl der Arbeiten ist jetzt in den Ausstellungsräumen des Sammlerpaars „FILSERS“, in Zusammenarbeit mit der Galerie Kai Erdmann, zu sehen. Der Ausstellungstitel „portable internet“ verweist auf das Surreale des heutigen (digitalen) Zeitalters und ist eine Anspielung auf die Schnelllebigkeit von Produkten und Begriffen. Was bedeutet portable in Zeiten von Wi-Fi und VR-Brillen, und was geschieht – nachdem VHS, der Röhrenbildschirm und die DVD ausgestorben sind – mit dem Smartphone? Der Künstler hat dazu bereits einen Hinweis gegeben: „In jedem iPhone sehe ich ein Fossil der Zukunft.“

Zu den jüngsten Einzelausstellungen van Lieflands zählen Präsentationen in der Galerie Nanzuka, Tokio; Galerie Over the Influence, Los Angeles; Galerie Kai Erdmann, Hamburg; Overbeck-Gesellschaft, Kunstverein Lübeck; Galerie Ramiken Crucible, New York; sowie Stedelijk Museum Bureau Amsterdam. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Institutionen und Gruppenausstellungen ausgestellt, darunter im Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Kunstpalais Erlangen; Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main; und Palais de Tokyo, Paris. Darüber hinaus befindet sich das Werk des Künstlers in bedeutenden öffentlichen Sammlungen wie dem Albertinum, Dresden; Centraal Museum Utrecht; und Kunstpalais Erlangen.

foto:
Joep van Liefland
Untitled (Last Light), 2016
Video cassettes, video sleeves, wood, aluminium, plexiglas
125 × 105 × 15